

Emanzipation
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Warum ich als "Frauenhasser" gelte...„So wie du dich benimmst, bekommst du nie eine ab!“, eröffnete er mit einem hämischen Grinsen eine eher einseitige Diskussion. „Wieso?“, fragte ich mehr gelangweilt, als interessiert. „Na was du im Unterricht so ablässt. Von wegen Frauen sollten auch wehrpflichtig sein, wenn sie nun zur Bundeswehr dürfen.“ Der Grund dieses Gesprächs war mein (damaliger) kurzer, vorheriger Einwand in der Sozialkundestunde (ja meine Schulzeit; lang ist es her...), dass die derzeitige Regelung des Wehrdienstgesetzes gegen Artikel § 3, Grundgesetz verstöße, als die Lehrerin diesbezüglich Fragen stellte. “Wieso, findest du es gerecht, dass wir Männer nach der Schule ein Jahr verlieren, weil wir erstmal in diesem Bananenstaat für einen Appel und ein Ei irgendwelche mehr oder weniger sinnvollen Arbeiten ausführen dürfen, während die Damen der Schöpfung sich gleich um ihre Ausbildung kümmern können?“, fragte ich. „Ne, natürlich nicht. Aber wenn du das so sagst, dann kriegst du keine Braut ab, weil die dann denken, dass du ein Frauenhasser oder Macho bist.“Ich ein Frauenhasser und / oder Macho? Nur weil ich der Meinung bin, dass Gleichberechtigung auch gleiche Pflichten bedeutet? Aber seine Aussage assoziierte in mir auch, dass es im Grunde ja vollkommen in Ordnung ist ein „Macho/Frauenhasser“ zu sein. Nur darf man es den Frauen nicht auf die Nase binden, weil man sonst ja „keine abkriegt“. Sind in dieser Gesellschaft Männer nur hirnlose Idioten, die alles nachlabern und allem zustimmen, nur damit sie „eine abkriegen“? Ich bin kein Macho und auch kein Frauenhasser. Denn wenn ich Menschen aufgrund ihres Geschlechtes hasse, übe ich so etwas ähnliches wie Rassismus aus. Den Schuh will ich mir nicht anziehen. Aber ich schleime mich bestimmt nicht ein, damit ich „eine abkriege“. Wer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Frauen diejenigen sind, bei denen wir (Männer) uns einschleimen müssen? Und wenn eine Frau behaupten würde, dass es in Ordnung ist, alle Männer verstümmeln zu lassen, so würden die Männer zustimmen - natürlich nur damit sie „eine abkriegen“? Alle Menschen sind gleich, aber manche sind gleicher: Keine Frage; die Frauen wurden in der Vergangenheit von Männern übervorteilt und in manchen Gesellschaften werden sie das noch heute. Ein Argument der Emanzipationsbewegung ist die Unterdrückung von Frauen und Mädchen in den islamischen Staaten. Nun frage ich mich aber, was ich mit islamischen Staaten zu tun habe und warum deswegen in unserer Gesellschaft die Frau inzwischen fast gottgleich behandelt wird. In Deutschland ist eine Frau etwas ganz besonderes. Frauen sind intelligenter, einfühlsamer, toleranter, sensibeler, ehrlicher, netter, hübscher, zuverlässiger und moralisch einwandfrei. Männer dagegen sind dreckig, hinterhältig, dumm, gemein und pervers. Wenn eine Frau einen Mann schlägt, so ist sie die Ikone der Emanzipationsbewegung. Eine Heldin für ihre unterdrückten Schwestern: Der „Dreckskerl“ hatte den Tritt in die „Eier“ aber auch verdient, weil er ihr ständig auf ihren göttlichen Busen „glotzte“. Für so eine Blasphemie und Anmaßung verdient er Prügel – sehe ich ein. Aber ein Mann, der dann möglicherweise zurückschlägt, weil sie ihm eine runter gehauen hat, ist ein "armer Wicht", der sich nicht mit „Worten wehren“ kann. Überhaupt hat er ein zu kleines Geschlechtsteil und ist bestimmt ein verklemmter, Frauen verachtender Idiot. Ein Fall für den Psychiater. Über Männer die von ihren Frauen verprügelt werden, lacht sich die Gesellschaft kaputt. Auch wenn die Amazone aufgrund ihres Schokoladen- und Pralinenkonsums das Kampfgewicht von 200 kg schon lange überschritten hat, ist die Hilflosigkeit des Mannes ein Beweis für dessen Armseligkeit. „Kann sich nicht mal gegen eine Frau wehren“, hört man die Stimmen rufen. Ob man so ein Monstrum überhaupt noch Frau nennen darf, ist eine andere Frage. Aber wie oben schon erwähnt: Selbst wenn er könnte, er darf sich ja gar nicht wehren. Schubst er das 200-Kilo-Monster weg, so bekommt er eine Anzeige wegen Körperverletzung und jedes Gericht würde ihn wohl deswegen in der Luft zerreißen. Frauen sind die armen Opfer, Männer die bösen Täter. Ein Mann, der sich einen Porno ansieht, bezeugt damit seine Armseligkeit. Denn: Er kriegt ja keine ab und muss deswegen so etwas konsumieren. Eine Frau die das geiche tut, ist etwas „flippig“ und „frech“ im positiven Sinne. Schließlich dringt sie ja in eine sogenannte „Männer-Domäne“ ein. Diese „Männerdomänen“ werden gerne von Frauen aufgesucht, nur um zu beweisen, dass alles was Männer so machen eine Frau natürlich auch kann. So gibt es zum Beispiel weibliche Sumo-Ringer in Deutschland, ganz gleich ob damit eine uralte japanische Tradition ins Lächerliche gezogen wird oder nicht. Frauen, die in „Männerdomänen“ eingreifen sind „in“ und „hipp“, Männer die in „Frauendomänen“ eingreifen die Außenseiter der Gesellschaft. Verlacht von Männern und Frauen gleichermaßen, sind die Balletttänzer und männlichen Cheerleader. Natürlich nicht offiziell, sondern inoffiziell. Zu einem Bauchtanzkurs meiner Schwester haben Männer übrigens „keinen Zutritt“, weil sie sich ja an den „weiblichen Körpern ergötzen“ könnten. Kein Bauchtanz für Männer, aber Sumo-Ringen für Frauen. Der Mann, das perverse, lüsterne Monster muss im Idealfall von der holden Weiblichkeit getrennt werden, ohne dass letztere in ihrer Freiheit eingeschränkt wird. Aus diesem Grund gibt es in fast allen Sportvereinen die „Frauenbeauftragte“, die besonders in den „Männersportarten“ darauf achtet, dass dem Mädel auch der gebührende Respekt erbracht wird. So fällt mir das Zitat meiner damaligen Sportlehrerin ein die darauf bestand, dass Mädchen und Jungen zusammen „Völkerball“ spielen (wegen der Gleichberechtigung), aber die Jungs doch bitte „nicht so hart“ werfen sollen, wenn sie ein Mädchen abwerfen. Die hilflosen Mädchen… Fakt ist, dass unsere Gesellschaft den Mädels immer noch die völlig überholten, altertümlichen und durch das Christentum geprägten Vorstellungen von „Männern und Frauen“ eintrichtert. Mädchen bekommen Puppen geschenkt und Jungs natürlich Autos. Durch einschlägige Magazine und andere Medien lernen die Mädchen nach wie vor den Unterschied: Frauen schminken sich, laufen auf unmöglichen Schuhen herum und suchen sich Kerle, die sie „beschützen“ (können). Die Werbung und die Medien leben es vor und es ist im Kopf aller Menschen vorprogrammiert. Die Vorstellung Frauen seien schwächer als Männer, ist immernoch vorhanden und wird durch Männer und Frauen gleichermaßen unterstützt. So mussten bei dem Eignungstest für den Justizvollzugsdienst Männer im sportlichen Bereich bessere Leistungen erzielen, als die Damen. Letztendlich müssen aber sowohl weibliche, als auch männliche Justizvollzugsbeamte sich im Ernstfall dem zwei Meter großen, aggressiven Häftling entgegenstellen, wenn dieser in der JVA randaliert. Das gleiche gilt übrigens auch für männliche und weibliche Polizisten. In den Sporttests existiert dieser Geschlechterbonus und das ist eine Tatsache. Eventuell eine gefährliche Tatsache? Die Emanzipationsbewegung spricht immer von den Männern als Vergewaltiger und den Frauen als „hilflose“ Opfer. Dies ist eine anerzogene, durch die Gesellschaft geförderte Schwäche. Die Frauen werden hier mit Samthandschuhen angefasst und können dann logischerweise in Extremsituationen nicht so reagieren, wie vielleicht ein Mann reagiert hätte. Eine Frau könnte problemlos einen Vergewaltiger in die Flucht schlagen, aber durch ihre anerzogene Rollenverteilung wartet sie auf den strahlenden Retter, der natürlich nicht kommt. Es bringt nichts Frauen mit Samthandschuhen anzufassen, wenn wir eine gleichberechtigte Gesellschaft wollen. Und das wollen wir doch oder nicht? Wollen wir das vielleicht doch nicht? Liebe Frauen, was wollt ihr? Wollt ihr die klassische Rollenverteilung oder die Gleichberechtigung? Beides geht nicht. Alice Schwarzer ist „gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen“. Einverstanden, Frau Schwarzer. Liebe Mädels, hört auf euch zu schminken, aufzutakeln und euch diese ungesunden, vollkommen nutzlosen, hochhackigen Schuhe anzuziehen. Wofür sind die eigentlich gut? Doch eigentlich nur, um ein Blickfang für Kerle zu sein oder? Kommt zum Kampfsporttraining wenn ihr möchtet, aber erzählt nicht: „Schlag nicht zu hart zu, ich bin ein Mädchen und kein Junge!“ (Das Zitat ist wahr, ich schwöre!) Spielt Fußball in der Bundesliga, aber mit Männern. Wenn ihr gut genug seid gibt es keinen Grund, warum Männer und Frauen (=Menschen) nicht zusammen in einer Mannschaft spielen sollten. Ich bin dafür und meine das auch ernst. Das ist hier kein Sarkasmus. Ich bin für die absolute Gleichberechtigung, die aber auch gleiche Pflichten bedeutet. Liebe Frauen, in Zukunft muss es dann auch für euch Wehr- oder Zivildienst geben. Oder wir schaffen es generell ab, das ist mir relativ egal. Ich persönlich habe bereits angefangen, die absolute Gleichberechtigung gegenüber Frauen auszuleben (die Gesellschaft hinkt etwas hinterher): Ich bin kein Gentleman, denn ein Gentleman ist eine andere Art von Macho, der Frauen nur besonders höflich behandelt, eben weil sie Frauen sind. Und wir sind ja gegen die Aufspaltung von Menschen in Männer und Frauen. Ich halte euch also keine Autotür auf, ich trag euch nicht über die Schwelle, ich schenke euch nichts und ich bezahl auch nicht euren Kinobesuch. Ich behandele euch wie einen Mann. Und wie einem Mann sage ich euch, wenn ich mir nicht die Schmonzette über Liebe und Schmalz, sondern den Actionfilm ansehen will. Passt euch das nicht, dann eben nicht. Gehe ich halt mit jemanden ins Kino, der Action mag (ob Frau oder Mann) oder allein. Ich bin kein Macho. Ich „beschütze“ euch angeblich „hilflose Mädchen“ nicht. Ihr könnt und müsst euch selbst beschützen, so wie es alle anderen in dieser Gesellschaft auch machen. Fühlt ihr euch belästigt, dann wehrt euch selber. Glaubt ihr ich würde mich für einen Mann prügeln, weil dieser sich belästigt fühlt? Also warum für euch? Wir sind gleichberechtigt und ihr seid keine „Frauen“ mehr für mich, denn ihr wollt es nicht sein („gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen“). Ihr seid somit nichts Besonderes. Was ich für eine Frau eventuell getan habe oder machen würde, hätte ich auch für einen Mann getan. Ich schwöre es, so wahr ich hier sitze. Ich trage eure Taschen nicht, die für euch angeblich „zu schwer“ sein sollen. Wenn einem Mann die Taschen zu schwer sind, dann muss er halt mehr trainieren oder weniger reinpacken. Wir sind gleich und für euch gilt das gleiche. Ich helfe euch auch nicht beim Ein- oder Ausparken und schaue mir auch nicht den Reifendruck an eurem Auto an, weil ich ein Mann bin und ihr Frauen seid. Ich habe genauso wenig oder genauso viel Ahnung wie ihr, denn ich habe auch keine Ausbildung als KFZ-Mechaniker abgeschlossen. Was ich kann, kann also auch jede Frau. Ihr könnt das alles alleine. Also fragt mich nie, weil ich ein „Mann“ bin, denn wir sind „gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen“. Ich nenne euch nicht „Tussi“, „Schlampe“, „Braut“, „Mädel“, „Schatzi“, „Süße“ oder „Kleine“. Ich spreche euch bei eurem Namen an. Und ich verlange auch nicht „Kerl“ oder „Typ“ genannt zu werden. Menschen sind alle gleich! Ich bevorzuge euch nicht weil ihr Frauen seid. Beim Training, im Beruf oder in sonstigen Lebenssituationen zählt allein das was ihr tut, nicht euer Geschlecht. Ihr seid was ihr tut. Und wenn ihr als Beispiel wahnsinnig gut Fußball spielen könnt, so bin ich dafür, dass ihr auch mit Männern zusammen spielen dürft. Ich bin der erste, der eure Leistungen anerkennt und euch den gebührenden Respekt zollt. Aber erwartet von mir keinen Beifall, weil ihr eine „Frauenmannschaft“ besiegt habt. Es gibt keine „Frauen“ oder „Männer“ mehr. Also was bitte bedeutet diese Aussage? Ich kenn ein paar sehr gute Kampfsportlerinnen, die meinen absoluten Respekt genießen. Und die erzählen nicht, dass sie gegen „Männer“ nicht kämpfen, sondern geben ihr bestes. Und das wird respektiert und akzeptiert. Und viele sind auch besser. Regina Halmich hat dem nervigsten „Entertainer“ Deutschlands gezeigt, dass es keine „Frauen“ und „Männer“ gibt. Und er hat sich gewundert. Das respektiere ich. Hört auf uns (Männern) vorzuwerfen, dass ihr schwanger seid. Wenn ihr nicht schwanger werden wollt, dann habt keinen Sex! So einfach ist das. Es ist eure Entscheidung. Niemand zwingt euch dazu schwanger zu werden, niemand zwingt euch zum Sex. Vergewaltigung ist ein Verbrechen und hat nichts damit zu tun, denn wie ich oben sagte: Wehrt euch! Treibt es ab, wenn ihr vergewaltigt wurdet und zeigt den Täter an. Und der Täter bezahlt euch die Abtreibung, bevor er in den Knast geht. Es ist euer Körper und eure Entscheidung. Aber hört auf einen Mann für eure Entscheidungen verantwortlich zu machen, nur weil er ein „Mann“ ist. Seht ihn als Frau an: Würdet ihr eine Frau dafür verantwortlich machen, dass ihr den Beischlaf vollzogen habt und plötzlich schwanger seid? Nur ihr selber seid dafür verantwortlich, dass ihr es getan habt. Also sucht euch euren Partner vorher sorgfältig aus, wenn ihr eine Familie gründen wollt. Wenn ihr das nicht wollt, dann habt keinen Sex oder akzeptiert das Risiko, dass ihr an ein verantwortungsloses Exemplar eines Mannes geraten könnt. An eurem Unglück sind dann aber nicht alle Männer kollektiv schuld, sondern nur ihr selber. Abschließend möchte ich noch sagen, dass mir im Grunde beide Wege recht sind: Von mir aus gibt es keine „Spaltung von Menschen in Männer und Frauen“. Von mir aus gibt es die „klassische Rollenverteilung“, in der die Frauen schwach und Männer stark sind. In der ich bestimmte Pflichten und Rechte habe und die Frauen bestimmte Rechte oder Pflichten haben. Es ist mir egal. Nicht egal ist mir, dass es im Moment ein Mischmasch aus Beidem gibt, der mich als Mensch denunziert und einschränkt, weil ich ein Mann bin. Also entweder oder. Entweder Gleichberechtigung, auch mit gleichen Pflichten oder klassische Rollenverteilung. Und diese Einstellung ist der Grund, warum ich von vielen Leuten als „Frauenhasser“ bezeichnet werde. |

